WordPress-Theme selbst erstellen – Geht das?

Bei all dem Überfluss an beliebten WordPress-Themes, denen wir uns heute bereits gegenüber sehen, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass so mancher lieber ein ganz eigenes erstellen würde. Worauf es dabei ankommt, was es dazu braucht und was es sonst noch zu wissen gibt, das sehen wir uns nun im Detail einmal an.

Die Grundlagenkenntnisse – ohne PHP und HTML wird’s nix

Es ist natürlich naheliegend, dass es einige Kenntnisse braucht, um ein eigenes Theme programmieren zu können. Dazu zählen:

  • Programmierkenntnisse in HTML bzw. xHTML und PHP.
  • Kenntnisse in CSS; zumindest Grundkenntnisse sollten vorhanden sein, um das Stylesheet geeignet strukturieren zu können.
  • Grundlegendes Verständnis in Bezug auf Datenbanken muss vorhanden sein.
  • Grundlagen in SEO, um ein optimiertes Theme programmieren zu können.
  • Verständnis für WordPress; von der Installation bis zu den einzelnen Funktionen.
  • Grundlagen in Webdesignaspekten; emotionales Webdesign muss man nicht zwangsläufig beherrschen, aber es wäre natürlich von Vorteil.

Wenn diese Kenntnisse einmal vorhanden sind, dann kann es an die Planung gehen.

Das Wichtigste zuerst: Du musst wissen, was du mit deiner Seite erreichen willst

Natürlich verhält es sich hier nicht anders, als bei der Suche nach einem bereits fertigen Theme. Du musst wissen, was du mit deiner Seite geplant hast, welche Inhalte darauf eingefügt werden sollen und wie sich die Präsentation selbiger gestalten soll. Am besten machst du dir einen Plan oder brainstormst etwas, vergleichst Designs, die dir gut gefallen und pickst dir all die Vorteile heraus.

Denn sobald du ein eigenes Theme schreibst, kannst du es natürlich nach Wunsch und Laune voll und ganz an deinen eigenen Bedarf anpassen!

Selbstverständlich ist im Anschluss noch immer Luft nach oben, aber im Prinzip sparst du dir durch die eigene Entwicklung jedwede Fremdplugins, sofern du Lust darauf hast, das alles selbst zu coden.

Diese Schritte musst du außerdem beachten

  1. Nach index.php, header.php, functions.php und style.css stehen die wichtigsten Stützdateien für dein eigenes Theme. Vergiss aber nicht, dass außerdem auch die Sidebar, die Menüs und der Footer wichtige Bestandteile eines WordPress Designs sind!
  2. Der Standardcode für Loop muss erstellt werden.
  3. Selbst, wenn du nun noch nicht vorhast, deine Seite mehrsprachig anzubieten, solltest du es für etwaige Übersetzungen vorbereiten.
  4. Werde dir darüber klar, wie die Einzelansicht der Beiträge gestaltet werden soll und inwiefern sie sich von der in Galerien und in der Datei single.php unterscheiden sollen.
  5. Apropos Galerien; auf die darfst du natürlich auch nicht vergessen!
  6. Der Kommentarbereich muss auch gestaltet werden.
  7. Vergiss außerdem nicht, dass du für ein 404-Error-Template sorgst.
  8. Für schnelle Anpassungen solltest du außerdem dafür sorgen, dass es einen Customizer gibt.

Du kannst Frameworks als Basis nutzen

Frameworks sind bereits bestehende Rohgebilde, die du dazu nutzen kannst, um daraus dein eigenes Theme zu erschaffen. Anstatt alles von Grund auf neu zu schreiben sparst du dir so eine Menge Zeit. Dennoch musst du dich hier in einen vorhandenen Code einarbeiten und auch das kann aufhalten!

Hier musst du im Vorfeld abwägen, was für dich am besten geeignet ist. Als Basis sind Frameworks aber grundsätzlich zu empfehlen. Denn so hast du bereits sämtliche Grundeigenschaften und Basisfunktionen und kannst dich voll und ganz auf die Gestaltung der Seite und einzelne besondere Zusatzfunktionen konzentrieren, die du unbedingt brauchst.

Als Framework gilt im Prinzip jedes Theme, das dir eine Grundlage bildet. Das können zum Beispiel Themes wie das Divi Theme sein, oder auch das Open-Source-Framework namens Whiteboard.

Kann man es lernen, ein WordPress Theme selbst zu erstellen?

Selbstverständlich! Es gibt mittlerweile eine Menge Onlinekurse und Bücher zu genau diesem Thema. Es ist daher mittlerweile sehr einfach möglich, das zu lernen.

Allerdings setzen eine Menge dieser Lerninhalte bereits Kenntnisse in HTML und PHP voraus. Diese Programmiersprachen solltest du daher zunächst unabhängig von WordPress erlernen. Das geht entweder autodidakt durch das Aufsetzen kleinerer Projekte oder mithilfe von Onlinekursen.

Für HTML ist zum Beispiel selfhtml sehr empfehlenswert, für PHP hingegen PHP-Einfach.

Wann macht es Sinn, ein eigenes Theme zu schreiben?

In der Regel lohnt es sich, auf bereits vorhandene Themes zu setzen und diese zu nutzen, anstatt selbst eines zu schreiben. Wer nicht tagtäglich mit PHP, HTML & Co. zu tun hat, wird viel Zeit opfern müssen, bis ein Theme entstanden ist, das auch wirklich rund läuft.

Was aber wären die Gründe, um es dennoch zu wagen?

  • Du planst, eigene Themes zu schreiben, um sie dann zum Verkauf anzubieten.
  • Verfügbare Themes bieten einfach nicht die Funktionen, die du dir wünschst. (Vielleicht gibt es aber Plugins, die das Problem lösen können?)
  • Du möchtest deine Kenntnisse festigen und ein eigenes WordPress Theme würde sich dafür perfekt eignen, da es viele Funktionen beherbergt.
  • Dir gefällt ein bestehendes Theme, aber du möchtest es noch an deine Wünsch anpassen. Also nutzt du es als Framework. (Achte hier unbedingt darauf, ob du das auch aufgrund der Lizenz tun darfst!)

Du siehst; es gibt viele Gründe, ein eigenes Theme zu schreiben. Welcher es in deinem persönlichen Fall letzten Endes auch ist, ich wünsche dir viel Spaß beim Basteln!

 

Seit über acht Jahren bin ich in der wunderbaren Welt von WordPress unterwegs. Heute erstelle ich nicht nur erfolgreich eigene WordPress-Websites, sondern sorge auch in einer bekannten Online-Marketing-Agentur für glückliche Kunden – auch hier oft dank WordPress.